FSV Kali Werra Tiefenort e.V.
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31.07.2019

Wir sind sprachlos über diese Lobeshymnen aus Berlin! 😍

Danke für den Besuch – und bis bald wieder im Kaffeetälchen! 😊

Captain Klobasa ist hier: Stadion im Kaffeetälchen.
18 Std. · Tiefenort ·

083/2019: 27.07., 16:00: FSV Kali Werra Tiefenort vs. Marksuhler SV 0:1
Deutschland, Testspiel, 54 Zuschauer (6 Gäste)

Nur eine gute halbe Stunde nach dem Besuch der Wartburg fuhren wir am Tiefenorter Kaffeetälchen vor. Den Besuch hier hatte ich mir schon seit Jahren vorgenommen, zusätzliche Nahrung bekam die Lust in den letzten Monaten durch immer wieder neue Groundhopper-Besuche und deren Veröffentlichungen im Netz, so dass es wirklich allerhöchste Zeit war, hier einmal persönlich aufzuschlagen. Ein geplanter Besuch im März war seinerzeit noch dem Wetter zum Opfer gefallen, so dass es damals statt dessen zu MoGoNo Leipzig ging. Heute aber war es endlich soweit. Und auch wenn wir die Spielstätte natürlich schon zur Genüge von Bildern kannten, waren wir beim ersten Erblicken des weiten Runds erst einmal sprachlos, denn das hier ist wirklich eine in dieser Form absolut einmalige Schüssel, die wirklich jeder, der sich auch nur ansatzweise für Stadien und ihre Architektur interessiert, einmal besucht haben sollte. Nicht nur deshalb war es mir vollkommen unverständlich, dass für den heutigen Ausflug ein Platz in unserem Auto frei geblieben war, obwohl man im Kreis von etwa 30 Hobbykollegen gefragt hatte, und sich statt dessen ausbaulose Kunstrasenplätze oder der Exer-Pokal über Besuch freuen durften.

Sei es drum, mit unserem Ausflug hierher hatten wir alles richtig gemacht. Nicht nur aufgrund des Stadions, welches wirklich eine Wucht war. Sondern auch aufgrund einer unglaublichen Gastfreundschaft, welche uns in den nächsten Stunden widerfahren sollte. Wir hatten unsere erste Fotorunde noch nicht einmal beendet, da waren wir von FSV-Vorstandsmitglied Markus schon als Groundhopper enttarnt worden, und zur Begrüßung wurde uns erst dreien einmal ein Bier spendiert. Allein diese Geste zeigte schon das Herz der Verantwortlichen für Fußballreisende, gepaart mit einem wirklichen Interesse an unserem Tun. Immer wieder wurde sich zudem versichert, ob es uns hier wirklich gut geht, auch wurde ernsthaft gefragt, ob wir angesichts des Stadions nicht enttäuscht wären. Was natürlich Quatsch war, angesichts dieser Perle. Weitere Leute gesellten sich zu uns, auch von einigen Spielern wurden wir begrüßt, diese Aufmerksamkeit hier war uns stellenweise fast unangenehm. Schließlich bleibt man als Fußballreisender in der Regel gern anonym. Hier aber hat man in den letzten Jahren offenbar einen genauen Blick entwickelt für jene Menschen, die das Stadion aus allen möglichen Blickwinkeln fotografieren.

Irgendwann begann auch das Spiel. Zunächst mit zwölfminütiger Verzögerung, da der angesetzte Schiedsrichter nicht erschienen war. Aus einem Vereinstrainer und Vorstandsmitgliedern wurde schließlich ein Gespann gebildet, so dass das Freundschaftsspiel stattfinden konnte. Dass der Schiedsrichter nach dem Spiel den ihm angebotenen, da zustehenden, Obolus für die Spielleitung fast brüskiert ablehnte, passte nur in das Bild, welches wir vom Verein bislang gewonnen hatten. Der FSV Kali Werra präsentierte sich uns als absolute Einheit mit einem Vereinsleben, welches seines Gleichen sucht. Und dies, obwohl man sportlich heutzutage weit entfernt ist vom Glanz vergangener Tage. Und wenngleich man aktuell nur noch in der Kreisliga kickt, welche in Thüringen die neunthöchste Spielklasse darstellt, steht man füreinander ein, hilft sich gegenseitig und schafft es dadurch, nicht nur das tolle Stadiongelände zu erhalten, sondern auch Kicker von höherklassigen Vereinen nach Tiefenort zu locken. Welche eben ausschließlich aufgrund des tollen Vereinslebens kommen, denn gezahlt wird hier wirklich keinem Spieler auch nur ein Cent. Dass der Vereinspräsident den Grillmeister machte, war nur ein weiteres Beispiel. Dass die gereichte Bratwurst die vielleicht beste war, die wir alle jemals in Deutschland gegessen hatten, passte zudem ins Bild – welch herrliche Konsistenz, welch Würze. Ein absoluter Traum!

Zum sportlichen Teil will ich an dieser Stelle nicht allzu viele Worte verlieren. Es war halt das Testspiel eines Neunt- gegen einen Achtligisten. Angesichts dieser Spielklassen überraschend ansehnlich und auch äußerst engagiert geführt (dennoch sehr fair!), aber auch wenn der Kick natürlich der Grund unseres Kommens war, stand der sportliche Teil angesichts der zahlreichen anderen Eindrücke eindeutig im Hintergrund. Die Marksuhler gewannen nach einem Tor in der 65. Minute am Ende knapp, aber verdient, selbst wenn die Hausherren in den letzten Minuten durchaus noch die eine oder andere Chance zum Ausgleich hatten.

Nach dem Abpfiff ging es für mich nach einer ausdrücklichen Empfehlung von Markus erst einmal ein paar Meter hinter den Nebenplatz, da man von einer Anhöhe aus einen schönen Blick ins Werratal haben soll. Und der gute Mann hatte nicht zu viel versprochen, siehe Bilder im Album. Anschließend wurden wir dann ins Innere des Clubgebäudes gebeten, um uns zahlreiche Bilder aus der glorreichen Vergangenheit des Vereins zu zeigen. Die meisten Leser meines Blogs werden um die Vergangenheit der Schwarz-Gelben wissen: Das Kaffeetälchen war besonders in den 70er und 80er Jahren eine Festung des DDR-Ligafußballs, insgesamt 19 Jahre kickte Kali-Werra zweitklassig, 1977 und 1980 belegte man in der Liga sogar jeweils den dritten Tabellenrang. Mehr als ein Dutzend späterer Oberligaspieler waren hier am Ball, darunter mit Detlev Zimmer auch eines meiner absoluten Jugendidole aus Brandenburger Tagen, allein seine Lebensgeschichte ist das Schreiben eines ganzen Romans wert. Der uns hier gewährte Einblick in die Geschichte setzte einem hervorragenden Tag noch die Krone auf, ebenso wie die anschließende Plauderrunde nicht nur mit Markus, sondern auch Vorstandsmitglied Karsten und Präsident Maggi. Selbstverständlich nahmen wir auch noch das eine oder andere Erinnerungsstück mit.

Aber selbst ohne Souvenir wird uns dieser Tag sehr, sehr lange in Erinnerung bleiben. Die hier gezeigte Gastfreundschaft war wirklich einmalig und ließ uns spüren, warum wir den Fußball einst lieben gelernt haben. Fernab von Multifunktionsarenen und Erlebnisgastronomie gibt es immer noch Vereine, die sich neben dem gemeinsamen Sporttreiben eine Vereinskultur des Miteinanders bewahrt haben, sich ihrer Tradition bewusst sind und diese pflegen, aber zugleich nicht nur in der Vergangenheit leben, sondern sich den heutigen Herausforderungen dahingehend stellen, dass diese nur gemeinsam bewältigt werden können. Da vielerorts das Geld fehlt, muss man seine gesetzten Ziele eben durch kameradschaftlichen Zusammenhalt, Kreativität und eine Politik der kleinen Schritte erreichen. Kali Werra Tiefenort zeigt, wie es anno 2019 gehen kann. Es ist nicht das Allerwichtigste, in welcher Liga man spielt. Sondern, wer man ist und wofür man steht sowie ob man bereit ist, für den Sprung ins Rampenlicht seine Ideale aufzugeben. In Tiefenort tut man dies eben nicht und ich bin mir sicher, dass dieser Weg langfristig erfolgreich sein wird. Denn Erfolg misst man hier eben nicht nur an einer Spielklasse, sondern daran, ob der Verein in zwanzig Jahren überhaupt noch existiert oder daran, die Menschen aus dem Ort und der Umgebung weiterhin zu Spielen und Veranstaltungen kommen. Und, ob sie stolz auf ihren Verein sind, wie er sich gegenüber sportlichen Gegnern eben auch Fremden präsentiert. Besser, als dies Kali Werra Tiefenort heute uns gegenüber getan hat, kann man es nicht machen. Und nicht nur deswegen waren wir uns, als wir das Kaffeetälchen über zwei Stunden nach dem Abpfiff verließen, einig darüber, dass wir zum einen garantiert wieder kommen und zum anderen auch ein wenig Werbung für diesen tollen Verein machen. Also, liebe Leser – auf nach Tiefenort. Denn nicht nur das Stadion, sondern auch der FSV Kali Werra hat jeden einzelnen Besucher absolut verdient!
Fotos:
[https://www.flickr.com/…/107743946…/albums/72157709931995041]



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